"Transmissionary Six"
und eine Hymne an den dritten Mann
Mittwoch 19. Februar / Fluc / Freier Eintritt / Alex war da
Einleitend...
Da soll noch einer sagen, Chatrooms sind Humbug und nur was für Leute, die der Wirklichkeit entfliehen wollen. Wäre ich nicht, aus purer Langeweile, - und natürlich um der Wirklichkeit zu entfliehen (wem mach ich was vor), in einem dieser virtuellen Treffpunkte gelandet, hätte ich nie erfahren, daß Transmissionary Six im Fluc spielen.
T6 sind Terri Moeller (auch bei The Walkabouts) und Paul Austin (auch bei Willard Grant Conspiracy).
Und schon hatte die süße Wirklichkeit mich wieder.
Paul Austin gab den Rythmus auf seiner Gitarre vor, und seine (Lead-)Entdeckung Terri Moeller ließ mit ihrer Stimme unsere Herzen lauter pochen. Schöne folkig-popige Melodien und einfühlsame Texte. Das Ganze hatte einen wunderbaren LowFi-Charme, der sich auf ihrem neuesten Album "Spooked" naturgemäß nicht so entfalten kann. Wohl eher noch auf dem Patchwork-Live Album "Go fast for cheap" oder auf dem Debut ("Transmissionary six"). Hörproben gibts auf der Band-HP.
Die große Entdeckung des Abends war aber Soundtüftler Maz Morsink (Danger Men, ex Cords), der das Duo auf ihrer Europatour begleitet. Bewaffnet nur mit seiner Gitarre und einem Arsenal an Pedalen und Filtergeräten (nicht zu vergessen das Küchenmesser und das halbvolle Bierglas), meinte man trotzdem oft ein Teremin oder Keyboard zu hören. Jeder noch so stille Sound, jedes Geknarze passte sich wunderbar der ruhig traurigen Stimmung der Songs an. Wenn er in seiner linkischen Art manchmal über ein Kabel stolperte und auf dem falschen Pedal landete (kam zweimal vor), sorgte er, wenn auch unfreiwillig, für gute Stimmung, und Terri Moeller hatte Mühe, sich das Lachen zu verkneifen. Der Höhepunkt des Konzerts: ein Solo des Meisters, das sich nun wirklich nicht in Worte fassen lässt. Unglaublich, welche Vielfalt an Sounds da aus einem einzigen Instrument kamen.
Bleibt leider noch zu sagen, daß gut die Hälfte aller Lokalbesucher wenig Interesse zeigte und für die übliche Ach-was-sind-wir-geile-Szenesäue-Soundkulisse sorgten. Aber sogar das verlor sich dann irgendwo in den berührenden Sounds von Transmissionary Six.

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