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| PRIMAVERA SOUND 08 |
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19.-31.mai 2008
ort: barcelona
costa
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große festivalmomente
1: MGMT
die ankunft ist ein großer festivalmoment für sich: der nervöse blick auf die zeit, der versuch sich zu orientieren und gleichzeitig gelassenheit gegenüber umständlicher organisation oder übereifrigen sicherheitsleuten zu signalisieren. endlich sind wir mit einem leicht überteuertem bier vor einer der hauptbühnen angelangt. hinter der bühne das mittelmeer, auf der bühne MGMT. wir warten. beruhigen uns und freuen uns insgeheim auf einen einzigen song, dessen hookline uns den rest des festivals begleiten wird: "time to pretend". der kommt - wir sind angekommen. den rest von MGMT hab ich bereits vergessen.
2: BRITISH SEA POWER
nach dem ersten "pflichttermin" (THE NOTWIST - sehr schönes set mit vielen hits und wenigen neuen nummern) gehe ich unter dem überdimensionalen solardach die große treppe herunter zur jägermeister / vice-bühne. diese so unglücklich getaufte bühne befindet sich direkt neben einem yachtdock. BRITISH SEA POWER waren mir nicht wirklich ein begriff und ich hatte sie unter "unbedeutende britische gitarrenband" abgeheftet. umso schöner war die überraschung! die von fiktiven fahnen umgebene band steigerte sich im laufe ihres sets immer mehr. reminiszenzen an punkrock, postpunk, und den neuen euphorie-rockern á la ARCADE FIRE (inklusive violinistin!) schlichen sich bei mir ein. die erste band die auch showtechnisch viel bot und sicher den ein oder anderen neuen fan gewann. mich zum beispiel.
3: VAMPIRE WEEKEND
den ersten abend beenden für uns die viel umjubelten VAMPIRE WEEKEND um halb 3 uhr morgens. nachdem die berichterstattung über deren live-auftritte nicht gerade vielversprechend ausgefallen war, erwartete ich mir wenig, außer diese erfrischende musikalische mischung einmal in ordentlicher lautstärke zu hören. erfreulicherweise erwiesen sich die als etwas spießig wirkenden elitestudenten in bester laune. die hits des albums wurden flott dargebracht und ein neuer song brachte mich sehr zum staunen. die haben wirklich noch einfälle!!
4: PISSED JEANS
zweiter tag: nachdem der erste ausgiebig begossen worden war, fand ich mich erst um 19 uhr zu THE CRIBS ein. die langweilten dann aber doch bald. dabei waren sie die einzige englische "the"-band auf diesem fein kuratiertem ausnahmefestival. nett, aber nach ein paar nummern wechselte ich dann doch lieber zur attraktiveren ATP-bühne über, die links vom meer und rechts von einer sitztribühne eingeklammert wird. PISSED JEANS hatten mich auf ihrer myspace-seite nicht umgeworfen. vergleiche mit MUDHONEY und anderen grungebands hatten mich auch eher abgeschreckt. musikalisch war es dann auch genau das, ABER! der freche frontmann, der da mit dem humor der verzweifelten ins mikro grölte, machte dauernd so seltsame uncoole dinge. mit dem mikrokabel seilspringen. den schaum vom bier lecken. dann während des konzerts ein sandwich essen. wer tut so was??? ich amüsiere mich prächtig und fand die musik dann letzten endes auch nicht übel.
6: BOB MOULD BAND
leider musste BOB MOULD auf der bühne spielen, die sich durch miesen sound (wohl wegen der überdachung) und dem geruch schlechten und hoffnungslos überteuerten essens auszeichnete. - aber das war noch nicht alles! Irgendein verrückter soundmensch hatte dafür gesorgt, dass bobs gitarre zunächst völlig unterging. das alles konnte meinen genuss jedoch kaum trüben. zu sehr sind mir seine hits aus SUGAR und HÜSKER DÜ-zeiten ins blut übergegangen.
mich überrascht, dass er den HÜDÜ-songs von meinem lieblingsalbum "new day rising" so viel raum gibt. ja, er spielt sogar den monotonen aber genialen eröffnungstrack. danke, danke, danke. danach muss ich mich erstmal beruhigen, weshalb ich den auftritt von SEBADOH nur halb sehe und kaum zu genießen vermag.
5: FUCK BUTTONS
wieder zurück auf der mit abstand sympathischsten bühne von ATP: die FUCK BUTTONS. der eröffnungstrack des albums dauert wie lang? lang. aber keine sekunde zu lang, und das obwohl wenig passiert. auch die beiden protagonisten tun wenig. es reicht, dass das gewummer und gebrumme durch die gedärme kroch. fantastisch. erstaunlich, dass ich trotz meiner begeisterung nach drei nummern so eingelullt werde, dass ich auf der sitztribühne platz nehmen muss wo ich tatsächlich wegdöse!! ich träumte sogar was süßes…
7: HOLY FUCK
es folgten noch DEVO (witzig und musikalisch sehr unterhaltsam) und THE da-bewegt-sich-jeder-GO!TEAM. beides bands die durch die fotos (siehe diashow unten) besser als durch worte dokumentiert werden.
aber ich wollte diesen einen song hören. mein lieblingssong zur zeit: "lovely allen" von HOLY FUCK!! die waren für 4:30 angekündigt, begannen aber erst gegen 5 uhr früh. die vierköpfige kanadische band krautrockten nicht schlecht, aber müdigkeit machte sich dann doch etwas breit. bis die ersten töne von lovely allen erklangen. die vips backstage schoben sich immer mehr auf die bühne. ah, ihr hattet wohl auch auf diesen song gewartet, oder wie? dann kletterten langsam auch die leute aus dem publikum auf die bühne ein festivalmoment wie er schöner kaum sein kann. auch wenn nach dem hit keine zugabe mehr gestattet wurde und HOLY FUCK die PA abgeschaltet wurde, tanzten die massen noch auf engstem raum ein weilchen weiter… ich wollte noch zum strand und kam dann gegen 8 uhr morgens endlich ins bett…
8. DARREN HAYMAN & JACK HAYTER PLAY HEFNER
völlig benebelt, nach nur 3 stunden schlaf, stehe ich mittags bereits wieder im joan miro park unter palmen und warte auf darren hayman. ich kaufe mir wider vernunft ein bier. die anderen trinken es ja auch. darren und jack spielen unterstützt von der rhytmusfraktion der WAVE PICTURES ausschließlich HEFNER-songs. hier, unter einer erlesenen schar von extra früh aufgestandenen HEFNER-fans gibt es einen querschnitt zu hören: "the greedy ugly people", "the day that thatcher dies", "hymn for the cigarettes", "hello kitten"... ein kurzes set, aber unterstützt von der wirkung des alkohols handelt es sich für mich um das ergreifendste und vielleicht schönste erlebnis auf dem festival.
9: SILVER JEWS
immer noch etwas angeschlagen finde ich mich zum letzten tag des festivals an der ATP-bühne ein um den SILVER JEWS zu lauschen. unterstützt von einer kompakten backing-band nörgelt sich david berman durch ein set voller hits und spielt sich allmählich in die herzen des publikums. großartig auch seine linkischen versuche band-t-shirts ins publikum zu werfen. eines schafft es nicht einmal über den bühnenrand…
10. MISSION OF BURMA
völlig erledigt ertrage ich das sinnlose gitarrengenudel von STEPHEN MALKMUS and the jicks. einfach, weil ich zu faul bin die große treppe zu erklimmen um zu flüchten. die umbaupause einmal durchzusitzen und nicht zur nächsten attraktion zu jagen, tut gut. ich beoabachte wie bob weston von SHELLAC hinterm mischpult platz nimmt. er wird MISSION OF BURMA mit tonband-schleifen unterstützen. ab dem ersten gitarrenanschlag ist klar: MOB sind so kompakt wie nie. ihre neuen songs fügen sich problemlos zwischen die alten hits ("that's when I reach for my revolver", "academy fight song", "this is not a photograph" etc.) und punkrock wird hier noch mit einem ausrufezeichen geschrieben. was für eine wohltat, nachdem stephen malkmus so enttäscht hat.
11: SHELLAC
die band der bands. live unschlagbar. keine worte werden dem gerecht. echt jetzt!
12: LES SAVY FAV
nach MOB und SHELLAC betritt eine weitere dem erbe des HC/PUNK verpflichtete band die ATP-bühne. mir bis dato völlig unbekannt. von 0 auf 100 in 0,1 sekunden. der sänger, dick und bebartet, steckt in einem bunten badeanzug, klettert sofort von der bühne und rast munter kreuz und quer durchs publikum. und so geht das weiter. scotty! energie!
danach kann mich ANIMAL COLLECTIVE nicht mehr motivieren zu bleiben. mit diesem punkigen finale klingt ein festival aus, das seines gleichen sucht. nix bungee-jump und fun für die ganze familie. nur musik, musik, musik. fein ausgewählt und viele bands, die man nicht so schnell zu sehen bekommt. das publikum ist höflich und freundlich und, bei weitem nicht so jung, wie befürchtet.
pictures © hans werkmeister (danke!!!)
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