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| peaches |
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| "mikrofon-deep-throat-contest" |
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24. september, 2003
ort: köln, gebäude 9
anwesend: max + sascha
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Zum Auftakt zog ein übler Geruch durch den Saal, die Bühne und merkwürdigerweise jene Ecke in der wir standen wurde eingenebelt.
Nachdem die Bühne auch noch in pathetisch rotes Licht getaucht wurde, betrat eine Frau mit Gitarre und einer blonden Perücke dieselbe und versuchte das Publikum zu Rockpalast -Ritualen zu animieren ....Raise your hands in the air .... aber ein Großteil des Publikums ignorierte das.
Nach ein paar Minuten langweilte sie sich und begann mit einem widerlich langweiligen etwa fünf- (gefühlte 15) –minütigem Gitarrengebratze.
Danach startete ein Band, das die Aktivitäten der Dame (stammeln, singen, schreien und so etwas ähnliches wie Gitarrenspiel), mit Geräuschen, Rhythmen und teilweise mit Gesang begleitete.
Was soll ich noch sagen Max?
Vielleicht sollte ich sagen, daß ich die Songs von Peaches sehr gerne mag, auf Tonträger wohlgemerkt.
Nach besagtem Rockpalastgehabe und Gitarrengottparodie begann ein Opernball der Flachheiten.
Zwei zunächst mit Dildoslips bewaffnete Helfershelferinnen machten ungelenke Tanzeinlagen; Peaches, in bester Divenmanier, mokierte sich mehrfach über den angeblich schlechten Monitorsound; die Hupfdohlen tauchten immer wieder in neuen SM-Outfits auf; Bondageeinlagen; Mikrofon-Deep-Throat-Contest, Fütterung von Peaches durchs Publikum; Purzelbaumkontest und Karaoke mit Publikum waren einzigartige Höhepunkte, welche uns Sturzbäche von Tränen bescherten. Was haben wir gelacht.
Lustig war das Duett mit Iggy Pop, per Projektor. Iggy hat lang nicht mehr so fit ausgesehen wie in dieser Videosequenz.
Diese Veranstaltung gab einem das Gefühl bei Liebe - Sünde dabei zu sein und warnte uns davor was passieren kann wenn Marylin Manson, der so eine Show doch professioneller drauf hat, ein Kind mit Joan Jett hätte. Das Resultat wäre zweifellos Peaches.
Die Show war zum Brüllen, doch beschleicht mich immer mehr das ungute Gefühl, als hätten wir es mit einem pathologischen Fall von ungewollter Komik zu tun, zu bierernst kommt die Gute bei der ganzen Sache rüber, völlig humorlos.
Der Drahtseilakt bei Elektronik ist meistens ob die Chose auch im Konzert funktioniert?! Was beispielsweise bei Le Tigre bestens funktioniert, geht bei Peaches absolut daneben.
Erinnere ich mich an das Le Tigre Konzert am gleichen Ort, hab ich gleich wieder angenehme Erinnerungen. Le Tigre sind clever, gut tanzbar, besitzen eine Riesenportion Selbstironie und haben vor allem eine riesige Ausstrahlung, nicht zuletzt durch Kathleen Hanna, die einem einfach ein gutes Gefühl vermittelt.
Was haben wir daraus gelernt?
- Ein Pudel kann, muß aber nicht zwangsläufig bissig sein. Ein Pudel auf Speed verliert seine Zähne und bringt leider nichts außer einem kläglichen Knurren heraus.
- Peaches rockt nur auf Platte.
- Ich liebe Kathleen Hanna!
Da es bei der Veranstaltung nicht um Musik ging, schweigen wir eben darüber.
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