chris eckman + now it's overhead

25. mai, 2004

ort: wien, b72

costa

wieder mal schlug murphy’s gesetz gnadenlos zu, und das konzert hatte für b72-verhältnisse zeitig um 22 uhr begonnen. ergo traf ich zu spät ein und durfte nur die letzten 20 minuten vom sänger der WALKABOUTS miterleben. chris eckman, nur von seiner akustischen gitarre begleitet, spielte sich durch einige angenehme folk-songs um schließlich eine herrlich langsame cover-version der BUZZCOCKS darzubieten, die – gänzlich anders – vor einigen wochen bereits CLEM SNIDE zum besten gaben ("why can’t i touch it?"). gefällig, aber das ältere publikum fand sich fragend: "warum wird chris eckman hier im vorprogramm verheizt?" zugegeben. das "ältere publikum" befand sich heute in einer kaum erwähnenswerten minderheit.

und dann noch als vorprogramm des vorprogramms! denn als nächstes betrat der schlagzeuger von NOW IT’S OVERHEAD die bühne und spielte begleitet von seiner elektrischen klampfe einige simple, schöne songs, die großteils der sauf und jammer-country-ecke entsprangen – und das ist hier nicht negativ gemeint, sondern kulminierte in so schönen textzeilen wie "if drinking don’t kill me, your memory will"! sympathisch und vorbei, bevor es langweilig wurde.

NOW IT’S OVERHEAD aus dem "saddle creek"-stall klangen auch nach "saddle creek". wieder ein (sehr) junger, hübscher, leidender mensch mit gitarre, der von der bassistin (von AZURE RAY) auch gesanglich unterstützt wurde. die songs waren durchwegs schön und angenehm kurz. keine von diesen "wir haben eine gute idee und müssen die jetzt 10 minuten auswalzen"-bands! vergleiche fallen mir schwer, aber im grunde war es doch einfach melancholischer gitarren-pop mit einer rauhen note und einem cleveren einsatz der instrumente. smart! im letzten drittel verlor mich die band ein bisschen, gewann meine sympathie aber mit einer wunderschönen cover-version von MAGNETIC FIELDS wieder ("the book of love"). der mirrorball kam an diesem abend öfter zum einsatz als das stroboskoplicht.


picture von chris eckman ©  ullrich maurer (gaesteliste.de, dort auch review vom kölner konzert!)  >>>>