JENS LEKMAN

1. märz, 2008

ort: gebäde 9, köln

von stephan

dass die schweden gute popsongs schreiben können ist ja hinlänglich bekannt. am heutigen abend können wir überprüfen, wie es denn so mit den bühnenqualitäten aussieht!!! jens lekman spielt im kölner gebäude 9. die domstadt ist die erste station seiner kurzen deutschlandtournee.

JENS LEKMAN tritt heute mit band auf. die musikerInnen kommen aus schweden (schlagzeugerin und laptop) und den u.s.a. (geige und violine). schon nach den ersten takten beeindruckt der siebenundzwanzigjährige lekman mit seiner enormen bühnenpräsenz. seine raumeinnehmende stimme füllt die letzten winkel der ehemaligen fabrikhalle aus. in den nächsten anderthalb stunden folgt hit auf hit. in anbetracht seines musikalischen outputs scheint es befremdlich, dass lekman, einigen einschlägigen berichten zufolge, vor einigen monaten beinahe seine musikerkarriere an den nagel gehangen hätte. heute präsentiert sich jedenfalls ein geborener vollblutmusiker, der schnell das publikum in seinen bann ziehen kann. die band tut ihr übriges dazu und das publikum dankt es ihnen mit lang anhaltendem applaus. überhaupt scheint die band einen guten einfluss auf die songs zu haben. was auf dem letzten album "night falls over kortedala" ab und an doch etwas arg schmalzig rüberkommt, gewinnt in der liveumsetzung ungemein. von der trashigen singleauskopplung "friday night at the drive-in bingo" meint lekman selbstkritisch, dass seinem "vielleicht dümmsten stück" violine und geige sehr gut tun würden - recht hat er! aber auch die ab und an eingespielten samples entwickeln ihren charme. sie werden nicht verheimlicht, sondern vielmehr bewusst ins geschehen mit einbezogen. so stellt lekman das süße glockenspiel pantomimisch dar. dazu schreitet er an den bühnenrand und versucht mit großer akribie und ausholenden gesten, jedes einzelne "luftglöckchen" zu schlagen. bei einem längeren einspieler verlassen alle bandmitglieder ihre instrumente und kreisen mit weit ausgestreckten armen wie flugzeuge über die bühne, um schließlich im richtigen zeitpunkt wieder zu ihren instrumenten zu gelangen. oft scheint JONATHAN RICHMAN als musikalisches vorbild auf (auch wenn lekman im gegensatz zu diesem über ausgebildete stimme zu verfügen scheint.). auch von dessen performance scheint sich der junge schwede einiges abgeguckt zu haben. so führt er einige songs mit kurzgeschichten ein, die zunächst vom musikalischen thema unterlegt werden, bis sie dann unversehens in den song überleiten. bei "pocketful of money" fordert er dann das publikum dazu auf CALVIN JOHNSTONS äh… "bassigen" gesangspart zu übernehmen, was erstaunlicher weise auch ganz gut klappt. nach zwei zugaben verschwindet die band. lediglich victor kehrt zurück, da er heute dazu aufgelegt ist, das publikum noch etwas mit seinem laptop zu beschallen. schade nur, dass sich die gebäude 9 crew ausgerechnet am heutigen abend als spaßverderber gebaren und die menge ungeachtet victors bemühungen langsam in den vorraum bugsiert.

…bis dato war's wohl das konzert des jahres!!!