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| WERNER'S KONZERTRÜCKBLICK 2005 |
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wenn sonst nicht immer, so war 2005 zumindest was live konzerte anbelangt alles in allem ein feines jahr. sind große events auch etwas kurz gekommen, so juckt das nicht denn die derzeitige revivalschiene hat zumindest viel großes altes zurückgebracht. und weil das qualitative gedächtnis auch nicht besser wird, soll es gegen ende des jahres noch punkte für alle konzerte geben, die eigentlich irgendwann 2005 erwähnt hätten werden sollen.
gegen anfang des jahres waren THE GOOD LIFE (b72 wien/februar) zwar eher die ausnahme des alten, aber musikalisch doch in ähnlichem reifestadium. das schönste sudern seit ROBERT SMITH, souverän und elegant. herzerwärmend und schön (7/10).
überraschend war welche lokalitäten heuer die feinsten gigs beherbergt haben, nämlich solche die sonst nicht gerade durch hohe sympathiewerte bei den mir bekannten konzertgehern punkten. mitunter mit recht...
das wiener flex hatte in diesem jahr zumindest zwei wichtige alte granden auf besuch, CAMPER VAN BEETHOVEN überzeugten mich einmal mehr mit großer spielfreude und schrulligkeit, sowie einer phantastischen neuen platte im gepäck (9/10). NOMEANSNO anfang juli sind der inbegriff von allem was an hardcore mal gut war, und sind sich dessen bis heute treu geblieben. diese nicht mehr jungen männer erzeugten im rahmen einer best-of tour über mehr als zwei stunden so einen druck, daß jeder aktueller rockhype in frühpension geschickt werden sollte. eine menge spaß zum mitsingen, mitdenken und mittanzen.(10/10)
die zweite nostalgierunde fand dieses jahr in der wiener arena statt, und zwar in deren kleinen halle. für manche bands wie etwa die BOXHAMSTERS wars eindeutig der falsche ort. zu trashiges ambiente, kaum angekündigt und ganz schlecht besucht, furchtbarer sound... nichts was dieser ansonst so tollen band gerecht werden konnte (3/10). die in ähnlichen wassern stochernden OMA HANS hingegen bliesen alles weg. altbackener punkrock, umgesetzt mit einer mörderpower von menschen deren aussehen an kellner eines anatolischen restaurants erinnert und die ihren sympathiefaktor auch durch gar nichts zu verspielen versuchten. die möglicherweise besten deutschen texte und die durchgeknallte bühnepräsenz von sänger jens machen OMA HANS zu einem der besten konzerte des jahres (10/10). furchtbar nur dass die band angekündigt hat sich anfang 2006 'in luft aufzulösen'.
groovend brutal war es wiedermal bei UNSANE im september ebendort (8/10). fein, fein, nur das fertige crustpublikum ein disaster. noch schlimmer wars bei den HARD ONS mit ihrem sonnenscheinigen bubblegum hardcore aus australien. alte garde mit neuem schlagzeuger, während der ehemalige die zweite hälfte des konzerts zähnestrahlend als nun sänger auf der bühne zubrachte. lascher anfang, fulminantes ende, das konzert mit der besten spielsteigerung, was angesichts des spärlichen publikums fast ein wunder war (7/10). unbewertbar waren THE 101 aus ny anfang herbst in der kleinen halle der arena, einer wirklich schönen powerpopband um ex-CHRISTIE FRONT DRIVE sänger eric richter. vor fünf zahlenden zuschauern spielt sichs einfach nicht so gut, deswegen war der spaß auch schon um zehn uhr vorbei. mein beileid.
die räumliche anthithese dazu war FUNNY VAN DANNEN im wuk. war der gute mann von 1.70m körpergröße aus auch nur auf zehenspitzen als entfernte scheme zu erkennen, so war es doch beeindruckend und packend wie ein einzelner mensch mit gitarre und unkonventionellen texten sich vor so vielen menschen so souverän geben kann. mehr unterhalter als sänger, hoher freudefaktor in neuen dimensionen (8/10). BONNIE PRINCE BILLY als superwolf war auch im wuk zu gast, und brachte neben einem sozialen event auch einen feinen abend. aber davon wird anderswo berichtet. (nämlich hier.)
in der szene haben dieses jahr ex DINOSAUR JR./SEBADOH/FOLK IMPLOSION - LOU BARLOW (8/10), der FUNNY VAN DANNEN den platz um den besten alleinunterhalter mit gitarre streitig machen könnte, und CLEM SNIDE (9/10) einprägsames geboten. ersterer bestuhlt, zweitere beim unausbleiblichen mitschunkeln und mit weniger americana anklängen als erwartet.
MELT BANANA im monastary waren durchgeknallt wie erwartet. ein besonderes live erlebnis extremer art aus japan, mit hohem hüpffaktor und dem jahresrekord von sechs songs in weniger als zwei minuten. obwohl rein musikalisch ein terror, optisch eine wahnsinn (7/10).
MS JOHN SODA beim morr abend in der volksbüne berlin bekommen schließlich noch eine erdbeere für den hypnothischesten act des jahres, mindbubbling. (8/10). die anderen bands des abends sollen aber aus rücksicht unerwähnt bleiben. langweilig..
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