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| ELECTROCUTE, special guest: BOY FROM BRAZIL |
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26. april, 2005
ort: tsunami, köln
planlos: sascha
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Wo bin ich hier hingeraten? Der Club an sich ist ja ganz schön, doch was laufen hier für Leute rum. Jemand der die Allüren eines Topmanagers an den Tag legt, das Barpersonal mehrmals sehr arrogant auflaufen läßt, entpuppt sich als Special Guest BOY FROM BRAZIL. Die menschliche Karaokemaschine schiebt sich erstmal eine imaginäre Wurst in die Hose, läßt sein Electronicprogramm starten und Clips werden an die Wand projiziert (hauptsächlich großbrüstiges Blondinenmaterial und Anti-Amerika-Statements). Leider gepaart mit einem enormen Mitteilungsbedürfnis, platt und platter. Irgendwann reicht es mir dann auch und ich drehe mich von der Bühne weg.
Als der Spuk dann vorbei ist, kommen ELECTROCUTE auf die Bühne. Die Songs "No One Likes Us" und "Kleiner Dicker Junge" sind live wirklich großartig und verbreiten viel Spaß, guter Electronic-Garagen-Pop eben. Doch leider können die beiden Damen den Qualitätslevel nicht halten. Sie folgen ihrem Special Guest und werden immer platter, driften in das gewollt Lustige ab, sind es jedoch nicht und der Abend dematerialisiert sich zusehends. Frau kokettiert mit schlechten Deutschkenntnissen, Frau läuft einzelnen Zuschauern hinterher, Frau krault Jungspunden den Bartflaum, Frau kommt sich extrem sexy vor und Frau versucht den Weltrekord im Müll blubbern zu erzielen. Könnte eigentlich immer noch ganz lustig sein, wäre in diesen Aktionen ein gewisser Charme zu erkennen, jedoch wirkt dies alles gekünstelt, steril, unecht und vor allem aufgesetzt. Als das "Gewollt Lustig Festival" endlich vorbei ist, bin ich noch nicht einmal in der Lage enttäuscht zu sein, stolpere lediglich die Treppe hoch in die Nacht und habe das unbestimmte Gefühl, dass mir jemand ein Stück meiner Jugend gestohlen hat.
picture © emperor norton-records>>>>
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