ELECTRELANE mit SEACHANGE

1. juni, 2004

ort: gebäude 9 zu köln

begeistert: sascha + max

Nach dem Release von ELECTRELANE‘s "The Power Out" konnte ich eine gewisse Vorfreude auf diesen Abend nicht verhehlen. Einen nicht gerade stereotypischen Indiepop gewürzt mit Zitaten von Nietzsche, Sassoon oder auch Boscón.

Beginnen darf diesen Abend SEACHANGE, eine Band auf Matador Records. Da dieses Label nicht dafür bekannt ist, schlechte Bands zu vertreiben, ist die Furcht vor einer schlechten Vorband schon einmal gebannt. Zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug, eine Geige und Gesang rocken ziemlich gut nach vorne los. Der Sound ist an diesem Abend ziemlich gut. Die Geige paßt sehr gut in den Gesamtkontext und wirkt niemals nervend, nicht etwa wie bei THE INCHTABOKATABLES. Zum Abschluß tragen der Sänger und einer der Gitarristen eine Ballade vor, die auch nicht so wirklich übel ist. Einziger Kritikpunkt ist vielleicht der Sänger mit seinen prosaischen Selbsthilfetexten, doch gibt es wirklich schlechtere Sänger auf Erden. Leute, seit beim nächsten mal nicht so nervös; ihr rockt.

Irgendwann zu später Stunde betreten ELECTRELANE die Bühne und lassen alles vorher Gewesene vergessen. Ihre Musik lebt von der Abwechslung, der Gesang der "The Power Out" Stücke ist mehrsprachig, oftmals wird die Stimme als weiteres Instrument benutzt, bietet mehr als das übliche Vers-Refrain-Vers- Schema. Die Stücke von "Rock It To The Moon" sind meist Instrumentalwerke die recht experimentellen Charakter besitzen. Die Stücke beginnen mitunter behäbig und klassisch um dann zu explodieren und den Zuhörer implodieren zu lassen. Die Musik driftet in den Noizebereich ab, ist jedoch weiterhin glasklar und macht Sinn. Auf angenehme Weise ist diese Musik verstörend und läßt keinen Zweifel daran, woran wir hier heute teilhaben, dem besten Konzert aller Zeiten. Die Band geht restlos in ihrer Musik auf und wenn wir hier von KÜNSTLERN sprechen, könne wir das machen ohne einen Brechreiz zu bekommen. Das ist kein seelenloses Runterspielen des vorhandenen Backkataloges, das ist echte Leidenschaft. Wie die Gitarristin Mia Clarke gegen Ende ihre Gitarre malträtiert ist eine wahre Augenweide, hat lange niemand mehr geschafft ohne wie ein Poser zu wirken. Als letztes Encore spielen/sezieren/zerlegen/und setzen es wieder zusammen "I'm on Fire"! Die Versionen von TORI AMOS, HEATHER NOVA oder auch die Originalversion von BRUCE SPRINGSTEEN können bei dieser Intensität nur verlieren. Mensch, war dieses Konzert groß! In das Paralleluniversum aus denen ELECTRELANE stammen, möchte ich auch reisen.

.....und max kommt mit. das konzert brachte mich zum verstummen. wie oft war man auf irgendeinen hype von der insel hereingefallen. doch sowohl SEACHANGE als auch ELECTRELANE waren vom auftreten so herrlich unenglisch! wo waren die scharen von RAMONES oder BOREDOMS fans um zu sehen das es auch anders geht! noise annoys.?. oder langweilt gar?. dat wüßt isch äwer! if there is noise, dance to it, cause noise is for heroes and music is for zeros!

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