compilation #4 vom 15.10.2001
1. simian - one dimension 
simian schlagen in dieselbe kerbe wie die beta band und obwohl simian im vergleich noch nicht so ausgereift sind, haben sie bei mir einiges an punkten gewonnen, weil sie nicht ganz so auf einer idee herumreiten.
simian:
chemistry is what we are lp,
sourlp021,
source records
2. preston school of industry - whalebones
das zweite solo-projekt nach dem ende von pavement: klingt (überraschung!!!) nach pavement. also gibt es jetzt statt einer band zwei. das schöne bei preston school ist aber, dass hier eben mal nicht malkmus singt...
preston school of industry:
whalebones 7",
rug127,
domino
tigerstyle records
special
3. tristeza - shifty drifty
4. american analog set - punk as fuck
5. ida - shrug
‘tigerstyle records’- offensive beim lokalen plattenladen. aus verschiedenen gründen sind einige der plötzlich hier erhältlichen bands mir schon untergekommen. tristeza als aushängeschild der musikszene in san diego, the album leaf, das soloprojekt von tristeza’s jimmy lavalle , sowie die beiden new yorker bands ida und american analog set sind namen die bei epitonic.com gerne gefeatured werden. umso erfreulicher, dass nun auch endlich in wien die gelegenheit geboten wurde, sich mal in die welt von ‘tigerstyle’ hereinzuhören. alle bands scheinen eine affinität zu alten analogen bzw. akkustischen instrumenten zu haben, setzen diese mit gewisser zurückhaltung ein und landen dann aber doch bei ziemlich unterschiedlichen ergebnissen:
3. tristeza - shifty drifty 
tristeza’s rein instrumentaler zugang lässt einen sofort an chicago denken, wo die platte dann auch produziert worden ist. übrigens mit gastauftritt von bobby conn.
tristeza:
dream signals in full circles LP,
ts-010,
tigerstyle
4. american analog set - punk as fuck
the american analog set hingegen sind eher folk-poppig orientiert mit eingestreuten stereolab referenzen, auf die sie von mir aus ruhig verzichten hätten können. dennoch bietet diese scheibe auch nicht weniger momente klarer schönheit als die von tristeza.
american analog set:
know by heart lp,
ts-018,
tigerstyle
5. ida - shrug
das songwriting von ida ist sehr traditionell-amerikanisch, die umsetzung ruhig und relaxt. ida bewegen sich immer leicht am rand des kitschs, retten sich dann aber über die details bei der produktion (hier ein wurlitzer, da ein singendes glas...). im ganzen ist will you find me eine schöne platte (allerdings nicht aktuell), die leider aber nur wenige hitverdächtige momente vorzuweisen hat. ganz im gegenteil zur folgenden band, die mir ida auf grund personeller überschneidungen wieder ins gedächtnis zurückgerufen hat. womit wir bei meiner kleinen geschichtsstunde wären.
ida:
will you find me lp,
ts-005,
tigerstyle
6. yesterday once more: hated - psalm
vor vielen jahren, schickte ich noch blind $$$ über den teich in der hoffnung, das kleine plattenlabel auf der anderen seite, packt im gegenzug kleine schwarze scheiben in ein kuvert und bringt diese brav zur post. das ging manchmal gut, manchmal schief, auf einige singles, die dann nach wochen (manchmal monaten) eingetroffen sind, hätte ich im nachhinein gerne verzichtet. in jedem fall eine spannende angelegenheit, die dadurch belohnt wurde, dass man hin und wieder auf wirklich ungerechtfertigt vernachlässigte bands stoßen konnte. meine lieblingsentdeckung damals waren hated. musikalisch irgendwo zwischen r.e.m. und hüsker dü, gelang es ihnen m.e. als einzige, letzterer band das wasser zu reichen. für manche ohren damals waren sie allerdings vielleicht zu flott, rauh und chaotisch, als dass sie die herzzereissenden gitarren- und vocal-parts gebührend hätten heraushören können. zwei lps und zwei singles sind damals auf dem bandeigenen label erschienen. die bestellten platten kamen immer mit herzlichen grüssen, flyern und ähnlichem. warum hated nie auf ‘dischord’-records gelandet sind (obwohl sie aus washington d.c. waren) - was ihnen sicher eine erfolgreichere laufbahn beschert hätte - ist mir völlig schleierhaft. von ‘vermin scum’-records hat man jedenfalls nie wieder etwas vernommen. mittlerweile wohnt der mastermind der band in new york. er heißt daniel littleton und schreibt heute songs, singt und spielt verschiedenes für ida. die erste hated-single erschien 1985, die letzte hated-LP erschien posthum 1992. psalm stammt von einer handgedruckten doppel-single aus dem jahre 1987. hated:
like the days 2x7",
vermin scum 4/5,
vermin scum records
7. four tet - no more mosquitos
die single aus four tets wunderbarem album pause. kieran hebden spielt auch bei fridge, denen wir das diesmalige intro zu verdanken haben. als four tet gräbt er nach alten, englischen folklore scheiben, die in letzter zeit in england mehr und mehr zum thema geworden sind. auf der popkomm enttäuschte mich zwar die reine laptop-performance, soundtechnisch merkte man aber sehr die liebe zum detail.. four tet:
pause lp,
wiglp94,
domino
8. wagon christ - king’s lynn
von der zweiten single des letzten albums auf `ninja tune´. luke viberts gradwanderungen zwischen drum & bass, trip hop und turntablism gefallen mir immer besser...
wagon christ:
ataride 12",
zen12101,
ninja tune
9. susumu yokota - king dragonfly
yokota, erfolgreicher japanischer techno-dj, veröffentlicht alle paar monate doppelalben auf ‘leaf’ records, mit ambienteren soundscapes. mittlerweile halte ich da nicht mehr mit, obwohl mir seine vorliebe für klaviersamples, der er auf dem vorletzten album grinning cat besonders nachgegangen ist, sehr entgegenkommt.
susumu yokota:
grinning cat 2lp,
bay 17v,
leaf/skintone
10. taguchi empfiehlt: kosha misako - suushi suusa
die bewohner okinawas sind, wie alle minderheiten in japan, stets diskriminiert worden. wenigstens auf pop-ebene hat sich das geändert, und es gab einmal einen regelrechten boom von bands und stimmen die auf okinawa beheimatet sind. eine band, die es im underground weiter gebracht hatte, waren die nêneês, deren sängerin kosha misako hier ein duett abgeliefert hat, dass ich wirklich großartig finde. die partnerin in diesem duett ist misako selbst in jungen jahren. nette idee, das! kitschig, zugegeben ... aber....schön!
11. sensorama - it’s the thing
lange schon draussen, ist jetzt endlich sensoramas projektor auch auf vinyl erhältlich. eine rundum warme elektronikplatte, die auch gerne mal clubtauglich wird, um sich schließlich mit robert forster von den go-betweens an modernem indie-pop zu versuchen.
sensorama:
projektor 2lp,
ladomat 2120-1,
ladomat/zomba
12. spearmint - the flaming lips
eigentlich gekauft im glauben eine neue flaming lips-single in den händen zu halten, stellte sich schon in der u-bahn heraus, dass nur der song so heißt. spearmint sind so eine band, wovon es in england wahrscheinlich hunderte gibt: indie-pop, eingängig und rockig. ein muntermacher unter den veröffentlichungen der letzten zeit. die tracks der b-seite lassen dann leider ziemlich nach... spearmint:
the flaming lips7“,
hitback18v,
hitBACK

13. califone - bottles and bones
bin mir nicht ganz klar darüber, wie aktuell die aufnahmen auf dem neuen ‘glitterhouse’-album von califone sind. das album roomsound scheint elektronische studio-sperenzien nur noch sehr minimal einsetzen zu wollen. macht aber nichts. als nächstes kommt wohl clem snide zum zug wenn es um progressivere amerikana angeht, und von granfaloon bus gibt’s erfreulicherweise auch bald was neues.
califone:
roomsound,
grcd527,
glitterhouse records
14. the new year - newness ends
dies könnte ein würdiges neues lebenszeichen von bedhead sein. abgesehen davon, dass die meisten songs ein etwas höheres tempo anschlagen, klingt hier nicht nur alles nach bedhead, sondern sogar die cover-ästhetik ist wieder fast dieselbe. nicht jeder ton mag hier so zwingend zu sein, wie auf dem meisterwerk (transaction de novo), aber die nähe von belanglosigkeit lässt sich nur in den seltensten momenten erahnen. ich wäre jedenfalls froh darüber, wenn die idee der kadane brüder mit the new year weitergeführt werden würde, und wer den vorwurf macht 'das sei ja auch nichts neues mehr', tja, den verweis ich auf den titel: na und?
the new year:
newness ends,
tg220,
touch and go
bonus track: bisquits-goro
unser diesjähriger urlaub in bulgarien war ja musikalisch nicht so aufregend. wo sind die mysteriösen bulgarischen stimmen geblieben? auf selbstgebrannten cds die an touristen verscherbelt werden. im “underground music shop” in der grosstadt ‘veliko ternovo’ erhielt ich dann einblick in die welt der bulgarischen musikfans. metal, hardcore und crossover. meist mit dürftigen englischen texten. spasshalber gekauft habe ich diese bisquits cassettensingle. der versuch aus bulgarischer folklore einen dancetrack zu mixen muss natürlich den unangenehmen worldmusic-beigeschmack haben, hob sich aber wenigstens vom üblichen ab. muss im kontext gesehen werden. auf unserer fahrt durch die karge bulgarische landschaft kam der track dann doch recht gut. bisquits:
goro cassette:
ka 9605-4,
ka music bulgarien