bill haley's comets
last chance to see oder je oller je doller

8. november, 2003

ort: leverkusen, stadthalle

anwesend: max

Bill Haley schaut die Radieschen längst von unten an. Die Comets allerdings, die immer mehr waren als nur eine Begleitband, touren immer noch und bringen dabei, wie der Veranstalter nicht müde wurde zu betonen, 430 Lebensjahre auf die Bühne. Den Auftakt machten jedoch Opladens älteste Schülerband "Gypsy’s never Ends" und bei einer Erwähnung will ich es auch belassen. Man hat die Songs wiedererkannt! Danach folgten die Lanedogs die die Musik der frühen 50er nicht nur optisch auf die Bühne brachten. Sie hätten als Support Act eigentlich völlig genügt. Sie waren frisch und unterhaltsam.

Danach wurde auf Wunsch des nervenden Veranstalters (dazu später mehr) eine breite Gasse durch den Saal freigemacht und Winkelemente (Stars and Stripes) verteilt. In einem alten Ford Pick Up, begleitet von einer Horde Cheerleader, wurden die Comets dann auf die Bühne begleitet. Das Aussteigen dauerte ungefähr 10 Minuten und ließ Schlimmstes befürchten.

Doch kaum hatten die alten Herren ihre Instrumente in der Hand, verjüngten sie sich sichtbar um Jahre. Klassiker um Klassiker wurde gebracht, teilweise vom "englischen Bill Haley" Jacko Buddin, teilweise von anderen Band Mitgliedern gesungen. Dazwischen ein wenig Geschichtsstunde und ein paar Witze. Witze auch übers Alter, die Bandbreite reichte von 69 bis zum Gitarristen mit 82. Er war in den 40er Jahren schon Gitarrist bei Benny Goodman gewesen. Die Spielfreude und der Schwung der Band waren allerdings ungebrochen. Nach der zweiten Zugabe kam der nervende Veranstalter noch mal auf die Bühne. Hatten seine Begrüßungen und Danksagungen vor und nach jedem Auftritt schon eher den Charakter einer Karnevalssitzung, lief er jetzt zu Hochform auf und überschlug sich fast, denn es war der Stadtkämmerer der Stadt Leverkusen (in Vertretung des OB Ha Ha Ha)gekommen, um Präsentkörbe der Stadt zu überreichen und eine grauenvolle Rede zu schwingen, die er selbst in noch grauenvolleres Englisch übersetzt hat. Als Politiker war er es allerdings gewohnt Buhrufe und Gelächter zu ignorieren. Ich kann nur hoffen, daß im Präsentkorb wie von der Band vermutet: "Oh! Bayer Aspirin!" war. Sie bekamen auch noch Schals und Mützen von Bayer Leverkusen - die Ihnen als Football und nicht als Soccer Team erklärt wurden. Warum sie das bekamen? Ach ja, Rainer Calmud war auch da. Aber wen interessiert das schon.