BONNIE PRINCE BILLY

11. august, 2005

ort: wuk, wien

costa

will oldhams bisher dauerhaftester alias BONNIE PRINCE BILLY kam im sommerloch nach wien und die werbetrommel wurde eifrig geschlagen, doch der erwartete publikumsoverkill blieb aus. voll war's, aber nicht unerträglich. der ärger über das bierpfand für dünne plastikbecher und die hohen bierpreise selbst war schnell verflogen, als oldham und sweeney, die auch das letzte album gemeinsam geschrieben haben, gemeinsam mit drei jungen hüpfern die saiten streichelten und einen ambienten, die geister der "anthology of folk music" beschwörenden klangteppich aufbauten.

die älteren songs die sich hier und da in die sonst eher am letzten album abarbeitende setlist schlichen, waren wie üblich, völlig uminterpretiert und variiert worden, was besonders bei dem durch CASH einem breiteren publikum bekannt gemachten "i see a darkness" auffiel. das schöne an oldhams bands ist und bleibt, wie sich bass, schlagzeug, orgel und die drei gitarren verlieren, zerbröseln um schließlich wieder zusammenzufinden und dank des herrlichen harmoniegesangs von oldham + sweeney einem pathetischen höhepunkt zusteuern, der die emotionen hochtreiben lässt, ohne dass man sich emotional ausgebeutet fühlt. zwar glitt das konzert gegen mitte leicht in eintönigkeit ab, aber gegen ende steigerte sich der druck wieder und zog uns in seinen bann. mit dem meisterwerk "ohio river boat song" hatte ich kaum gerechnet, als er dann doch kam, war ich einer gänsehaut verdammt nahe. das publikum war begeistert, die zugaben zahlreich und die bierpreise uns schließlich völlig egal.

picture vom wiener konzert by DD, used without permission, er möge es mir verzeihen!! ©  DD denkt laut>>>>