dirk darmstädter & bernd begemann
"thank god, i'm a country boy"

17. dezember, 2003

ort: gebäude 9, köln

costa

bernd begemann hat also mit dirk darmstädter (ex-JEREMY DAYS) eine englisch-sprachige countryplatte gemacht und diese auf darmstädters label "tapete"-records veröffentlicht. unterstützt von einem bass- und banjo-isten, sowie einem slide-gitarristen und einem schlagzeuger präsentierten sie nun im gebäude 9 teils selbst- wie auch fremd-verfasste countrysongs.

vom wissen um alternative-country war hier nichts zu spüren. glatt, völlig ohne kanten wurde hier musiziert und vor allem darmstädter gab sich bemüht "amerikanisch" in seiner art zu intonieren. leider übertrug er diese masche auch auf die bühnenpräsentation, was einen humorlosen kontrast zu begemanns clownesken entertainer-ansatz darstellte. das hatte aber auch etwas gutes, denn so musste sich auch begemann zurücknehmen, übertrieb nicht seine selbstauflösung und im ganzen tat ihm dieses korsett sehr gut.

so unterschiedlich begemann und darmstädter auch sind. man erkannte gleich, dass hier zwei überzeugte egomanen auf der bühne standen. nur wirkt dies bei begemann durch die liebe zum scheitern immer leicht ironisch und auf jeden fall sympathischer als bei darmstädter. letzterer intonierte dann auch noch eine OASIS-coverversion die zu viel von seinem pop-verständnis verriet. begemann war eben früher punk. und auch wenn er sich stets bemüht, dies zu kaschieren, erkennt man es immer an den vielen fehlern in seiner show.

das programm umfasste außer den eigenkompositionen werke von hank williams bis john denver, huldigte aber auch dem deutschen nachkriegsschlager. zu guter letzt wurde sich bei den jeweiligen "alten" fans noch mit "brand new toy" von den JEREMY DAYS und "unten am fluss" von DIE ANTWORT bedankt. trotz einiger musikalischer ausrutscher ein schöner abend und ein gemütlicher abschluss für dieses konzertjahr.
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